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last update: 13.11.2003


Bewegungsplanung und -koordination, interaktive Handlungsplanung


Das arbeitsteilige Zusammenwirken zwischen einem Menschen und einer sich selbständig bewegenden und handelnden Maschine stellt eine Form der Interaktion dar, die nicht nur auf Kommunikation und Informationsaustausch basiert, sondern auch Bewegungs- und Handlungsabläufe involviert. Diese Bewegungsabläufe und Handlungen der beiden Agenten Mensch und Maschine müssen geplant, koordiniert und gegebenenfalls wechselseitig adaptiert werden. Es wird unterschieden zwischen Bewegungsabläufen, die einen direkten physikalischen Kontakt zwischen Mensch und Maschine involvieren, zwischen weiträumiger Bewegungskoordination und schließlich der koordinierten Planung und Ausführung von Handlungsabläufen aus Bewegungen und Manipulation.

Bewegungsplanung und -koordination und interaktive Handlungsplanung umfasst folgende Querschnittsfunktionen

im Bereich Bewegungsplanung mit direktem physischem Kontakt:

  •  
  • die Gestaltung direkter physischer Interaktion/Kooperation zwischen Mensch und Maschine, z.B. Nachgeben (compliance), unter Rückgriff auf bildgebende Sensoren bzw. Kraft-/Momentensensoren - Softrobotik
  •  
  • anthropomorphes Greifen und Manipulieren


    im Bereich Bewegungsplanung ohne direkten physischen Kontakt:

  •  
  • die Bewegungskoordination zwischen Mensch und Maschine (kontextabhängige Bewegungsmuster, z.B. Annähern, Ausweichen, Folgen, Reichen von Objekten)
  •  
  • sicheres Verhalten unter Menschengruppen


    im Bereich interaktive Handlungsplanung:

  •  
  • interaktive Handlungsplanung mit Rückkopplung des Benutzerverhaltens
  •  
  • Task Description Language für Interaktion und Kooperation Mensch - Maschine.



    Der direkte physische Kontakt stellt die kritischste Form der Interaktion zwischen Mensch und Maschine dar. Bewegungen der Maschine, die im unmittelbaren Nahbereich des Menschen stattfinden, müssen "weich" bzw. "nachgiebig" sein und dürfen abwehrende Kräfte des Menschen nicht übersteigen (compliance, Softrobotik). Der Roboterassistent muss beispielsweise bei einer vom Menschen nicht intendierten Annäherung "weggedrückt" werden können. Eine intuitive und einfache Belehrung und Programmierung der Maschine verlangt nach möglichst anthropomorphen Bewegungsabläufen bei Greifen und Manipulation.

    Auch Bewegungen die keinen direkten physischen Kontakt involvieren, müssen koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Diese Koordination kann vom Kontext abhängig unterschiedliche Formen annehmen. Während die Koordination in der Regel in einer Ausweichoperation besteht, kann es in einem anderen Kontext durchaus wünschenswert sein, dass sich die Maschine dem Menschen annähert oder ihm gar folgt. Im extremen Fall muss die Maschine ihre Bewegung mit mehreren oder gar vielen Menschen (Menschengruppen) koordinieren. Dies erfordert entsprechende echtzeitfähige Wahrnehmungs- und Planungsverfahren.

    Die interaktive Handlungsplanung und -ausführung ist die komplexeste Form des physischen Zusammenwirkens zwischen Mensch und Maschine. Beide Agenten müssen aus ihren jeweiligen Wahrnehmungen Rückschlüsse auf die Intentionen und Pläne ihres Gegenübers ziehen können und ihr Handeln entweder durch Erklärung oder Darstellung ihrer "Systemzustände" transparent machen.

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